EU-Kommission: China mahnte Junta zu Zurückhaltung
Aung San Suu Kyi aus ihrem Haus an anderen Ort gebracht - Ban schickt Sondergesandten
Brüssel/New York - China hat die burmesische Militärjunta angesichts der Massenproteste Zehntausender Menschen nach Informationen der EU-Kommission zu Zurückhaltung aufgerufen. Dies teilte ein Sprecher der Kommission einem Treffen von Asien-Experten der 27 Mitgliedstaaten am Mittwoch in Brüssel mit, wie aus diplomatischen Kreisen verlautete.
In einer Stellungnahme des Außenministeriums in Peking vom Dienstag hatte die chinesische Führung zu Stabilität in Burma (Myanmar) aufgerufen und eine "korrekten Umgang" mit der Krise verlangt. Die Militärs gingen am Mittwoch erstmals gewaltsam gegen die Proteste vor, dabei wurden vier Menschen getötet.
Die EU-Kommission habe bei dem Treffen ebenfalls bestätigt, dass Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi aus ihrem Haus, wo sie seit Jahren unter Arrest steht, an einen anderen Ort gebracht wurde, hieß es ferner. Ein Sprecher der im Exil lebenden burmesischen Opposition hatte am Mittwoch erklärt, Aung San Suu Kyi sei aus ihrem Haus in eine Gefängnis gebracht worden.
Die EU-Asienexperten berieten über eine mögliche Forderung nach schärferen Sanktionen gegen das Militärregime. Am Donnerstag wollten die EU-Mitglieder auf Botschafterebene über die Lage in dem südostasiatischen Land beraten.
Bislang gilt für die 375 Mitglieder der burmesischen Junta und deren Angehörige ein Einreiseverbot in die EU. Außerdem sind ihre Vermögen in Europa eingefroren.
Angesichts der Eskalation in Burma will UN-Generalsekretär Ban Ki-moon seinen Sondergesandten Ibrahim Gambari in dringender Mission in das südostasiatische Land entsenden. Wie eine Sprecherin am Mittwoch in New York mitteilte, forderte er die Militärmachthaber auf, voll mit Gambari zu kooperieren und den Vorteil zu nutzen, dass die Vereinten Nationen den Prozess der nationalen Versöhnung unterstützen wollen.
Der aus Nigeria stammende Gambari war im vergangenen Jahr schon einmal zu einer UN-Mission in Burma, um auf die Einhaltung der Menschenrechte zu drängen.
Die Außenminister der derzeit von Deutschland geführten G-8-Gruppe die Machthaber des Landes zu einem Gewaltverzicht aufgefordert. Die Minister riefen die burmesische Führung nach einem Treffen in New York auf, umgehend einen Dialog mit den demokratischen Kräften zu suchen, "um eine friedliche Lösung ohne jegliche Gewalt zu erreichen". (APA/dpa)
Quelle: Standart.at