#1

Die Omen-Filme

in Grusel & Schrecken... 14.06.2007 13:50
von Trekker • Schreiberling | 525 Beiträge

Seit ungefähr 23 Jahren bin ich Fan der Omen-Reihe. Zumindest gilt dies für die ersten zwei Teile, als wie sie damals das ZDF zum ersten Mal um einige Szenen geschnitten ausgestrahlt hat. Der Kult um Teufelsbalg Damien übte auf mich eine ungeheuere Faszination aus und tut dies auch heute noch.

Nebenbei bemerkt, müssen viele in meinem Alter ganz ähnlich empfunden haben. Hier im Pott galt es nämlich für eine Weile "zum guten Ton", bzw. es hatte sich die Unsitte eingebürgert, die Wörter Omen oder Damien mit Edding oder Sprühdose irgendwo hin zu schmieren.

Zu den Filmen:

Omen 1 ist ein Meisterwerk, der mit ungewöhnlicher Fixierung auf gewisse Charaktere einen ganz eigenen Stil hat, der zu täuschen versucht, bis dieser dann durchbrochen wird, um klar zu machen, worum es wirklich geht. Hier möchte ich neben Gregory Peck und Lee Remick gerade diesen anfangs undurchschaubaren Fotografen erwähnen, wunderbar dargestellt von einem noch sehr jungen David Warner, der sich später passender Weise auch auf Bösewichter spezialisierte.

Äußerst gruselig ist übrigens die Szene auf dem Friedhof, auf dem Damiens Mutter zusammen mit dem wirklichen Sohn der Thorns begraben wurde.

Zu dem Grusel verhalf auch die Musik meines Lieblingskomponisten Jerry Goldsmith. Der satanisch geniale Soundtrack, für mich Goldsmith' beste Leistung neben Planet of Apes, Star Trek 1 und vielleicht noch Alien, drückt zusätzlich dem Film den Stempel auf. Die choralen Gesänge beispielsweise waren damals noch vollkommen unkonventionell für Filmmusik.

Omen 2 ist eine würdige Fortsetzung, die gekonnt den Übergang vom reinen Horror zu dem offenbart, was im ersten Teil schon ankündigt wurde: Die Macht über Politik und Wirtschaft.

Damien ist 13 und im Begriff, ein Mann zu werden. Die Militärschule soll dazu ihm und seinem Cousin Marc verhelfen. Erschwerend kommt hinzu, daß Damien mit der Erkenntnis umgehen muß, daß er der Abkömmling des Teufels ist. Sergeant Neff, gespielt von Lance Henriksen soll ihm dabei helfen. Dieser entpuppt sich als ein Gesandter Satans, genauso wie zuvor Mrs Baylock vom ersten Film.

Somit beginnt das gleiche Spiel wie einige Jahre zuvor: Damien schafft jeden aus dem Weg, der ihm in die Quere kommt, sogar Damiens geliebter Couseng.

Neben Damiens Entwicklung halte ich auch die Darstellung des Thorn-Konzern für sehr interessant, auch wenn sie zuweilen an Serien wie Dynasty oder Falcon Crest erinnert. Vor allem ein übereifriger Vorsitzender des einflußreichen Thorn-Konzernz gerät automatisch in den Blickpunkt, da er sich wie einer dieser Helfershelfer von Damien verhält. Doch es stellt sich heraus, daß er kein Abgesandter der Hölle, sondern nur ein intriganter Mensch ohne Moral und Skrupel ist.

Goldsmith Score ist hier sehr treibend. Er variiert seine satanisch klingenden Themen aus dem ersten Film, intensiviert sie und bringt sie zu neuen klanglichen Ufern.

Gerade bei jungen Leuten war der zweite Teil aufgrund seines Inhalts wohl sehr beliebt, wie ich immer wieder feststellte. Vermutlich führte dies später auch zu ganz anderen Ausuferungen technoider Art wie die von Mysterious Art und Magic Affair, aber diese Spekulation nur mal am Rande.

Nun komme ich leider zu den für mich weniger gelungenen Omen-Filmen.

Nach dem Ende von Omen 2 wäre alles möglich gewesen. Zum Beispiel hätte man das Entstehen eines Endzeitszenarios veranschaulichen können, in der die anhaltenden Übermacht des Thorn-Konzers über einen Großteil der Menschenheit längst grausige Wirklichkeit geworden ist, zusammen mit dem Auftauchen des Teufels selbst, in welcher Form auch immer.

Aber leider hatte man alle Chancen mit dem dritten Teil vertan.

Dabei waren die Voraussetzungen gar nicht schlecht. Goldsmith schrieb ein drittes Mal die Filmmusik, welches von den vorherigen Scores zwar stark abwich, aber dennoch einen musikalisch gelungen Abschluß der Trilogie darstellt. Und mit Sam Neill als erwachsener Damien wurde wirklich ein Glücksgriff getätigt.

Der Film selbst kombiniert Elemente aus den ersten beiden Teilen. Damien ist hier inzwischen selbst US-Botschafter in London, wie einst sein Ziehvater. Nebenbei scharrt er um sich irgendwelche Leute aus dem gemeinem Volk, darunter auch Kinder, die seinen Befehlen gehorchen, als wäre er eine Art Sektenführer. Auf der anderen Seite gibt es ein paar andere ebenfalls unscheinbar wirkende Leute, die ihn umbringen wollen.

Nach den beiden ersten beiden phantastischen Filmen war mir das einfach zu wenig.

Absolut enttäuschend geriet zudem der Schluß, in dem Damien durch einen wiederauferstandenen Jesus besiegt wird: Absoluter Käse. Ein noch dümmer wirkendes Ende Damiens hätte man kaum drehen können.

Omen 4 - Das Erwachen war dann der nächste Schritt steil nach unten.

Der nur noch fürs Fernsehen produzierte Film hatte so rein gar nichts mehr von der Raffinität der ersten beiden Teile. Eher unbeholfen plätschert die Handlung vor sich hin. Auch waren Faye Grant die Schuhe von Lee Remick offensichtlich zu groß. Der Darsteller des Manns tat gut daran, erst gar nicht wie Gregory Peck zu wirken. Der OST von John Scheffer war nur fad und wie der gesamte Film rein plagiativ. Wohl nicht umsonst hörte man zusätzlichen Passagen aus Goldsmith' Werken der vorherigen Streifen, was den Film aber auch nicht aufpeppte.

Und die Story ist völlig hahnebüchen, denn Delia, der neue Satansbraten, trägt die Brut eines wiederauferstehenden Damiens in sich. Zum Glück wurde diese Geburt nie gezeigt, wodurch einem ein wohl noch unsäglicheres Omen 5 erspart blieb.

Das Remake Omen 666 bewegt sich übrigens auch auf diesem lauen Spannungspegel.

Hier bildete man fast 1:1 die Geschichte und Szenen aus dem ersten Teil nach, ohne dessen Originalität auch nur im Ansatz zu erreichen. Die Versuche dem Film eine eigene Farbe zu geben, z. B. durch die Traumsequenzen oder den zusätzlichen Plot um den Papst und seine Kardinäle, schlugen ebenfalls sichtlich fehl.

Und während die anderen Schauspieler, allen voran die großartige Mia Farrow, ihr offensichtlich Bestes gaben, macht die vollkommende Fehlbesetzung für Robert Thron alle Bemühungen wieder zunichte. Der Darsteller schaut wirklich in jedem Moment mit dem gleichen ausdruckslosem Gesicht in die Kamera. Wer den gecastet hat, gehört ... naja, Ihr wißt schon ;)

Einzig allein der Soundtrack von Marco Beltrami bleibt in positiver Erinnerung. Beltrami versuchte erst gar nicht Goldsmith zu kopieren, sondern schaffte mit eigenen Stil ein interessantes Werk. Dennoch verneigt er sich vor dem Altmeister, in dem er das Love Theme immer wieder durchblicken läßt, wenn es gerade den Thorns nicht so gut geht. Im Endthema werden sogar beide Omen-Hauptthemen, also das von Beltrami und das von Goldsmith vermischt.

Fazit: Omen I + II sind für mich gegenüber jeglicher negativer Kritik erhaben. Die anderen drei Filme konnten mich hingegen nicht wirklich überzeugen.

BTW, durch die Omen-Filme wurde ich zum ersten Mal bewußt auf Jerry Goldsmith, David Warner und Sam Neill aufmerksam.

Liebe Grüße
Euer Trekkerle


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#2

RE: Die Omen-Filme

in Grusel & Schrecken... 15.06.2007 11:21
von Baka • Schreiberling | 520 Beiträge
Nun, ich gebe es zu: Ich habe nur die ersten drei Movies gesehen.

Nach Teil 3 verspürte ich absolut KEINE Sehnsucht, danach mir auch noch Teil 4 oder gar das Remake anzutun. Ich bin Trekkers Meinung: Teil 1 & 2 auch heute noch absolute Spitzenklasse. Der Rest am besten unter Rühren in den Ausguss

cu Baka

Was wir am nötigsten brauchen, ist ein Mensch, der uns zwingt, das zu tun, das wir können. - Ralph Waldo Emerson 25.05.1803 - 27.04.1882

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zuletzt bearbeitet 15.06.2007 11:22 | nach oben springen

#3

RE: Die Omen-Filme

in Grusel & Schrecken... 15.06.2007 11:32
von Trekker • Schreiberling | 525 Beiträge
Mir den vierten Teil anzutun hatte sich in 90ern mal so ergeben. Und bei Omen 666 siegte die Neugierde. Ich weiß auch ned ;)

Liebe Grüße
Dein Trekkerle

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zuletzt bearbeitet 15.06.2007 11:33 | nach oben springen

#4

RE: Die Omen-Filme

in Grusel & Schrecken... 15.06.2007 12:05
von Baka • Schreiberling | 520 Beiträge

Du armes armes Wesen! ^^

Mich hat es schon abgeschreckt, als sie das Remake ankündigten! ^^

Es ist ungefähr das gleiche mit "Der Fluch 1&2". Die US-Remakes sind nett, aber das war es auch schon: NETT. In der Original-Fassung mögen zwar die Specialeffekts nicht der Bringer
gewesen sein, dafür haben die Schauspieler das mehr als Wettgemacht.


cu Baka

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#5

RE: Die Omen-Filme

in Grusel & Schrecken... 15.06.2007 12:39
von Trekker • Schreiberling | 525 Beiträge
So siehst Du mich also

Ich wollt mich zuerst dem Remake sogar verwehren, war erbost darüber, daß man sich überhaupt wagte, die Story von Omen nochmal neu erzählen zu wollen.

Aber!

Es gibt ja auch gute Beispiele für Neufassungen, wenn auch evtl. die selbst etwas älter sind.

Wie oft wurde beispielsweise Meuterei auf der Bounty verfilmt, hm? U. a. auch mit Gregory Peck.

Ich kann mich nicht daran entsinnen, eine schlechte Verfilmung gesehen zu haben.

Liebe Grüße
Dein Trekkerle

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zuletzt bearbeitet 15.06.2007 12:58 | nach oben springen

#6

RE: Die Omen-Filme

in Grusel & Schrecken... 17.06.2007 17:02
von Kokiri • Kaoh | 148 Beiträge
Habe sie mir alle angesehen, aber das Remake gefällt mir nicht so gut.

Es fehlt was, im Vergleich zu den ersten 3 Filmen, wirkte der Film leblos...
nein... das ist das falsche Wort... ich sage es mal anders. Der Film wirkte lieblos, es hätte mit mehr Spannung und Begeisterung umgesetzt werden können. Aber das haben sie nicht hinbekommen.

Tada Imas

Kokiri

Join the Family! ^^

zuletzt bearbeitet 17.06.2007 17:02 | nach oben springen

#7

RE: Die Omen-Filme

in Grusel & Schrecken... 13.07.2007 07:42
von Trekker • Schreiberling | 525 Beiträge
In Antwort auf:
Vor allem ein übereifriger Vorsitzender des einflußreichen Thorn-Konzernz gerät automatisch in den Blickpunkt, da er sich wie einer dieser Helfershelfer von Damien verhält. Doch es stellt sich heraus, daß er kein Abgesandter der Hölle, sondern nur ein intriganter Mensch ohne Moral und Skrupel ist.


Ich hab mich wirklich vertan? Als Bill Atherton tragisch unterm Eis verstirbt, nimmt es alle mit, auch Damien, der zu dem Zeitpunkt noch gar nicht weiß, wer er ist. Aber der von mir besagte Typ steht da nur völlig kalt und teilnahmslos dabei.

Dann aber ist der Typ später erstaunt, daß Damian das Ausströmen dieses Gases beim Umfall in der Fabrik nix ausmacht.

Ist das jetzt ein Helfershelfer oder nicht?

Liebe Grüße
Euer Trekkerle

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zuletzt bearbeitet 13.07.2007 08:04 | nach oben springen

#8

RE: Die Omen-Filme

in Grusel & Schrecken... 24.07.2007 22:27
von Gohan • Schreiberling | 637 Beiträge

Er ist ein oportunistischer Ar.....

Also jemand der die Gelegenheit abwartet und sich dann das beste rausnimmt!

Das ist er. >.<


cu
Gohan

"In all my Life ( my family included) I met people who know very well, how it is to survive in war and the time after. For those people the war was and IS not a Game and not Fun. They suffer till this day on account of the war. Germans and foreign a like. Because of this I don't like War Games very much!" - S.Hänsgen - April 2010

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#9

RE: Die Omen-Filme

in Grusel & Schrecken... 24.07.2007 23:02
von Trekker • Schreiberling | 525 Beiträge

Die beste Umschreibung für den Kerl, wenn er kein Bote aus der Hölle ist.

Liebe Grüße
Dein Trekkerle


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#10

RE: Die Omen-Filme

in Grusel & Schrecken... 12.07.2009 09:01
von Tocra • Chibi | 30 Beiträge

Das ist ein absolutes Highlight wenn man Horror mag!

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