#1

Grandaddy

in Music for all 13.03.2007 14:58
von Trekker • Schreiberling | 525 Beiträge

70er Jahre Rock & Pop

Wie hier Einige wissen, bin ich schon lange Fan von den 70s Rockbands E.L.O. (Electric Light Orchestra) und QUEEN, genauer gesagt seit 1988. Es war damals so, daß ich noch kein großer Musikfan war, dennoch dem New Wave, der NDW und dem Space-Sound nachtrauerte und in HipHop und Rap alles hörte, was ich absolut nicht ausstehen kann.

So schnappte ich mir damals die Tonbänder meiner Mutter und auch meines Onkels, in dem sicheren Wissen, das mir eine Menge davon gefallen wird. Und ich stellte mir daraus eigene Kassetten zusammen. Schnell kristallisierten sich neben den Beatles, Adam Ant, den Stones, Mike Oldfield und anderen eben diese zwei Bands als meine Favoriten heraus.

QUEEN als auch E.L.O. hatten zudem ihre meine Vergangenheit. Als Fan von Flash Gordon (Film, Hörspiele & Comics) kam man an den Titelsong und der Gruppe, die sich dafür verantwortlich zeichnete, nicht vorbei. Und ein Schulfreund nervte mich damals mit seiner Vorliebe für ELO und ihrem damaligen Nr.1-Album Time.

Mit großer Bewunderung stellte ich dann 1988 fest, das die Geschichte beider Bands bis zu Anfang der 70er und noch mehr zurückreichte und sie Beide ein Repertoire an Songs hatten, die zum Teil ihre 80er-Jahre-Sachen in den Sack steckten.

Es war Bombast, Klassikrock, Kunstrock oder auch symphonischer Rock, garniert halt mit vielen klassischen Zitaten und auch ein wenig Prog. Es war genau der Sound, den ich bis heute am meisten verehre.

Was geht heute?

Ich kann mich noch erinnern, wie es Ende der 80er einmal hieß, 60s Psychodelic käme zurück. Er ähnelt in meinen Ohren den von mir geliebten Kunstrock sehr. Aber von dieser Botschaft sollte sich nicht viel bewahrheiten. In Groß Britanien mag eine zu jener Zeit junge Band einen Top-Ten-Hit in diesem Stil gehabt haben, aber der schwappte nicht einmal auf Koninentaleuropa hinüber.

Ich war nicht wirklich auf der Suche nach einer jungen Band, die einen diffizieleren Sound frönen als das was das übliche Radioplay hergibt, aber ich hielt immer meine Ohren offen für Neues, aber auch für Altbewährtes.

Es stimmte mich nämlich dennoch nachhaltig traurig, daß es nichts in den Charts gab, was mindestens annährend stilistisch den Bereich der damaligen Suppergruppen berührte. Auch Oasis und Blur, manchmal als die Beatles der 90er hochgelobt, wurden ihren Lorbeeren einfach nicht gerecht, trotz der paar netten Stücke.

Ich fand mich damit ab, wie einfach gestrickt die derzeitige Musikwelt für meine Begriffe war. Zeitweise fuhr ich total auf Prodigy ab und war damit auch sehr fröhlich.

So kam es halt

Allerdings hatte ich nur eine leise Ahnung davon, was es alles in der Indieszene zu hören gibt.

Vor wenigen Jahren sah ich im Kino den Endzeitfilm "28 Days Later", der sich binnen kürzester Zeit aufgrund seines Grusels, seinen sozialkritischen Aussagen und seinem zum Teil Roadmovie-mäßigen Stils zu einem meiner Lieblingsfilme mauserte.

Nicht zuletzt liebe ich auch die Filmmusik. Sie umfaßt Stücke von Brian Eno und Godspeed You Black Emperor aber auch Klassik und extra für den Film gemachte Musik, die so klingt, als wäre sie auch von GYBE.

Es war aber der Track AM180 von Grandaddy, welcher mein besonderes Interesse weckte. Kunststück - denn ich wußte zuvor schon von der Tatsache, daß die Beatles und ELO die Bands sind, welche Grandaddy wirklich gerne hören :)

Grandaddy

Alles Wichtige zur Band stell ich dar beim nächsten Mal ;)

Liebe Grüße
Euer Trekkerle




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#2

Grandaddy: Zur Gruppe

in Music for all 20.03.2007 10:10
von Trekker • Schreiberling | 525 Beiträge
Grandaddy wurden 1992 gegründet vom Mastermind, Sänger und Gitarristen Jason Lytle, dem Schlagzeuger Aaron Burtch und dem Bassisten Kevin Garcia. 1995 kamen der Gitarrist Jim Fairchild und der Keyboarder Tim Dyrden hinzu. Die Truppe stammte aus einem kleinen verschlafenen Nest namens Modesto, in Kalifornien, USA.

Die Musik von Grandaddy ist nicht ganz einfach zu beschreiben. Sie wurde von allerhand bekannten Größen der 60er und 70er Jahre beeinflußt. Jedoch findet man auch den damals äußerst populären Grunge im Sound der Band wieder. So hörte man zum einen komplexe Arrangements wie bei E.L.O., Genesis, Pink Floyd oder Alan Parson heraus, doch zum anderen auch den eher spartanisch, geradlinigen Stil der Pixies, vor allem deren bekannte Bassline, die nebenbei ja auch Pate für "Smells Like Teen Spirit" und anderen Songs von Nirvana stand.

Es sollten fünf Jahre seit ihrer Entstehung vergehen, bis Grandaddys erstes offizielle Album erscheinen sollte. Davor gab es allerdings schon eine Menge Veröffentlichungen, welche die Band selbst finanzierte und von daher nur in sehr begrenzten Auflagen erschien.

Die Frühwerke der Band bestachen übrigens durch einen sehr brachialen, ungeschliffenen Sound, der entweder progressiv klang und/oder den man einfach nur als (genialen) Krach definieren konnte.

Das reguläre Debüt "Under the Western Freeway" von 1997 hingegen war schon bedeutend ausgereifter und offenbarte ein weites, künstlerische Spektrum Lytles Songwriting, sowie den Klangdimensionen in welche diese Stücke dargeboten wurden.

Damit nicht genug. Auch textlich gab es bei Grandaddy Einiges zu entdecken. Lytles sozialkritische Lyrics trafen genau den Nerv der Zeit. Es drehte sich oftmals um die moderne Gesellschaft und den Menschen, der in ihr versinkt, verbunden mit dem Sinn und dem Unsinn des technischen Fortschritts.

Diese grundlegende Melancholie wurde fortgesetzt und fand ihre Krönung im Jahre 2000 in dem grandiosen Longplayer "Sopthware Slump". Und dennoch ließ die Gruppe um Jason Lytle immer wieder laute und schräge Momente durchblicken oder klangen auch einfach mal nur vollkommen relaxt. Das Album lebte von all diesen unterschiedlichen Stimmungen und wurde für viele Musikfreunde das Meisterwerk der Band.

Danach gab es eine größere Pause, in der lediglich Grandaddys Pseudoprojekt Arm of Roger in Erscheinung trat. Das äußerst merkwürdige und gewöhnungsbedürfte "The Ham and Its Lily" galt als eine Parodie auf die Musik der Band. Sie wurde zuvor dem Label als neue Grandaddy-Scheibe vorgesetzt, die von dem Resultat völlig entsetzt war. Es klang ihnen so, als wären die Jungs völlig betrunken, was sie maßgeblich bei der Aufnahme auch waren.

2003 erschien dann "Sumday", das bis dato aalglatteste Werk der Kalifornier. Mittlerweile war die Musik in einem seichten Fahrwasser angelangt, der vielen Kritiker und auch einigen Fans der Band nicht gefallen wollte. Die Erwartungen nach "Sopthware Slump" waren einfach zu hoch. Die Kritik, das ein Song in seiner Grundstruktur immer und immer wieder verbraten wurde, halt nur in anderen Variationen, ist m. E. auch nicht ganz von der Hand zu weisen. Dennoch gilt dies nicht für den gesamten Longplayer. Und beim genaueren Hinhören findet man auch in den betreffenden Tracks wieder Elemente, die einem genauso zu überzeugen wissen, wie die aus ihren früheren Titeln.

Und das Grandaddy immer noch auch ganz anders konnten, bewies das Mini-Album "Excerpts From the Diary of Todd Zilla" von 2005. Bei "Florida" schreit sich Lytle dermaßen die Seele aus dem Leib, daß man ganz schnell das allzu radiotaugliche Material von "Sumday" vergaß. Es wunderte aber auch nicht, daß der Song noch aus Grandaddys Frühphase stammte. Am Eindruckvollsten geriet wohl aber das majestätisch anmutende "At My Post".

2006 endete leider die Geschichte von Grandaddy. Das letzte Album "The Fambly Cat", auf dem Lytle & Co. nochmal alle Register zogen und das sich durchaus sogar mit "Sopthware Slump" messen konnte , war eigentlich nur noch ein Schwanengesang. Es gab keine Tour, weil die Gruppe sich bereits aufgelöst hatte. Nur Jason Lytle trat allein oder mit Rusty Miller von Jackpot in kleinen Locations auf.

Grund der Auflösung war das Auseinanderleben der Bandmitglieder, sowie der fehlende kommerzielle Erfolg, der sich trotz treuer Fanbasis nicht einstellen wollte.

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Grandaddys Discographie ist sehr undurchsichtig, nicht nur wegen den selbstfinanzierten Frühwerken. Es gab auch eine Reihe an EPs. Erschwerend kommt hinzu, daß einige Stücke nur auf ganz bestimmten Tonträgern erschienen, wie auf Soundtracks oder einem nur auf Konzerten verkauftem Album (der "The Windfall Varietal"). Von einigen Stücke gab es mehrere Aufnahmen, manchmal unter anderem Titel.

Referenzlinks:

Ausführliche Diskographie

Raritäten zum Download

Liebe Grüße
Euer Trekkerle

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zuletzt bearbeitet 20.03.2007 10:12 | nach oben springen

#3

Grandaddy - Anfügend

in Music for all 20.03.2007 11:15
von Trekker • Schreiberling | 525 Beiträge

Es gibt für mich noch anfügend eine paar Dinge bezüglich der Band zu erwähnen, die ich ganz interessant finde.

Zum Beispiel war Arm of Roger nicht Grandaddys einziges Pseudonym. Es gab da auch noch die Grandaddy Time Machine. Darunter verbarg sich Grandaddy in ihrer Urformation also als Trio Lytle, Burtch und Garcia, die zur Zeit der "Sumday" oder davor Konzerte gaben, in denen sie nur Songs von bis 1994 spielten. Allerdings taten sie dies meines Wissens nach nur in Modesto und Umgebung. Nach eigenen Aussagen wäre es ihnen peinlich gewesen, sie in der übrigen Welt zu spielen ... schade, weil sich auch unter diesem rauen, progressivem Zeug echte Perlen befinden.

Interessant finde ich auch die ELO-Zitate, die man hier und da auf ihren Scheiben entdeckt. So hört man auf der "Sopthware Slump" zwischen "Jed, The Humanoid" und "The Crystal Lake" eine rückwärts gesprochene Phrase von "Fire on High" aus ELOs "Face the Music". In dem raren Stück "MGM Grand/Xanadu Finale" offenbart Jason das Geheimnis, daß er in seiner Jugend zuviel ELO gehört hatte. Der "Song" Levitz zitiert aus "Mr. Kingdom" von ELOs Album "Eldorado", was wiederum ein Shakespear-Zitat ist. Die größte Ehrung ELOs fand auf "The Fambly Cat" statt, indem Grandaddy sich mit dem opernhaften Schluß aus "Shangri-la" des ELO-Monsters "A New World Record" für immer verabschiedeten.

Dann besitze ich noch ein Grandaddy-Cover von ELOs "Turn to Stone", während "Livin' Thing" desöfteren Einzug in das Live-Set der Band gefunden haben soll.

Meine liebst gehörten Songs von Grandaddy?

Da gibt es etliche ... Levitz, Taster, Nebraska, Gold, Why Would I want To Die, Black Bats, Everything Beautiful is Far Away, AM180, Summer Here Kids, Wretched Songs, At My Post, Egg Hit And Jack Too, The Crystal Lake, Stray Dog and The Chocolate Shake, Our Dying Brains, Go Progress Chrome, Chartsengrafs, He's Simple He's Dumb He's The Pilot, Fare Thee Not Well Mutineer, This Is How It Always Start, das Pavement-Cover Here, Jeez Louise, A Valley Son, Kim You Bore Me to Death, die Jed-Songs ...

Meine Lieblingsalben sind "Western Freeway" und "Sopthware", manchmal mogelt sich auch mal die "Fambly Cat" davor ...

Was ich nicht ganz so sehr mag ist "Sumday" und das spinnerte Arm-of-Roger-Projekt.

Liebe Grüße
Euer Trekkerle


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#4

Grandaddy - Ihre Clips

in Music for all 28.03.2007 19:28
von Trekker • Schreiberling | 525 Beiträge

Die schön(st)en offiziellen Videoclips von Grandaddy bei YouTube:

Jed's Other Poem (Beautiful Ground): http://www.youtube.com/watch?v=Gxe40xXQKko
The Crystal Lake: http://www.youtube.com/watch?v=g-5BrWb_iUs
vom Album The Sophtware Slump

Fare Thee Not Well Mutineer: http://www.youtube.com/watch?v=vkE-TZVM4Oo[/size]
von der Single I'm On Standby/Stray Dog And The Chocolate Shake

[Now It's On: http://www.youtube.com/watch?v=YwLBGm0FEMU
El Caminos In The West: http://www.youtube.com/watch?v=_Bth40Khfoo
Yeah is What We Had: http://www.youtube.com/watch?v=erDw1JivMyI
vom Album Sumday

Nature Anthem: http://www.youtube.com/watch?v=6BNPhf9rb90
vom Album Below the Radio

At My Post: http://www.youtube.com/watch?v=V3IiHp7Qhx4
von der EP Excerpts from the Diary of Todd Zilla

Where I'm Anymore: http://www.youtube.com/watch?v=2uyhBWHBI4w
Winners* - http://www.youtube.com/watch?v=57oO-NsPSDM
Elevate Myself: http://www.youtube.com/watch?v=pV7hFJNpl9E (inzwischen hab ich mich an den Clip gewöhnt)
Jeez Louise: http://www.youtube.com/watch?v=LR4cu4arW7Y (im ähnlichen Stil, aber vermutlich ein Fanvideo)
vom Album The Fambly Cat außer * ist nur auf der japanischen Ausgabe

Liebe Grüße
Euer Trekkerle


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#5

Solo: Jim Fairchild ist All Smiles

in Music for all 21.04.2007 16:27
von Trekker • Schreiberling | 525 Beiträge

Moth In A Cloud Of Smoke: http://www.youtube.com/watch?v=MjB-orMK1ls

Schönes Video, schönes Lied - tut sich richtig gut an. Gefellt mir :)

Liebe Grüße
Euer Trekkerle


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#6

RE: Solo: Jim Fairchild ist All Smiles

in Music for all 12.10.2010 14:35
von Trekker72 • Chibi | 92 Beiträge

2006 entdeckte ich Grandaddy, 2009 MUSE - letztere Band brauche ich aber kaum wohl vorstellen

Ich blieb meiner Musik treu, nur die Interpreten haben sich geändert ...

zuletzt bearbeitet 12.10.2010 14:36 | nach oben springen

#7

RE: Solo: Jim Fairchild ist All Smiles

in Music for all 14.06.2011 12:27
von Trekker72 • Chibi | 92 Beiträge

Der Weg zu Radiohead war auch nicht weit

zuletzt bearbeitet 14.06.2011 12:28 | nach oben springen



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