#1

Star Trek - Landurlaub (K/S)

in Star Trek Fan fiction 11.04.2003 07:50
von Baka • Bienchen | 499 Beiträge

"Eine Coming out Geschichte" ...

Star Trek TOS „Landurlaub“
By B. Morell (morell123de@yahoo.de)
K/S, G "slash" m/m (Kirk und Spock als Liebespaar)


Landurlaub (Star Trek TOS)
By Morell

> "Liebe wird aus Mut gemacht." (Nena)

> Als sein Captain und Bondmate zum dritten Mal
> innerhalb von fünf Minuten demonstrativ seufzte und
> unruhig in seinem Sitz herumrutschte, konnte Spock ihn
> nicht länger ignorieren. Mit einem amüsierten - doch
> gut verborgenen - Lächeln schaltete er den
> Taschencomputer ab und verstaute ihn sorgfältig in der
> Reisetasche zu seinen Füßen. "Was ist los, Jim?" Seine
> ruhige Stimme klang sehr laut in der Stille der Kabine
> des Hochgeschwindigkeitszuges.

> Der Angesprochene setzte seine beste Unschuldsmiene
> auf. "Was sollte denn los sein?" Etwas nicht sofort
> benennbares vibrierte in seinen Worten.

> Mit dieser Antwort ließ sich der Vulkanier nicht
> abspeisen. Stumm streckte er ihm die Hand entgegen,
> Zeige- und Mittelfinger abgespreizt. Eine Bitte, ein
> Angebot - doch keine Forderung. "Du bist so unruhig."

> Mit einem leisen Seufzen und mehr als ein wenig
> Dankbarkeit für Spocks unerschütterliche Ruhe,
> erwiderte Jim Kirk die Geste und spürte, wie sofort
> ein Teil seiner Anspannung von ihm wich. "In Ordnung,
> ich bin nervös."

> Dieses Geständnis kam etwas zögernd über seine Lippen
> und bestätigte nur Spocks Annahme, als er ihre Finger
> ineinander verflocht.

> "Warum? Du hast deine Mutter doch bereits über mich...
> über unsere Beziehung informiert."

> Jim lächelte über vorsichtige Formulierung und drückte
> die Finger seines Vulkaniers einen Moment lang sanft.
> "Ich habe ihr geschrieben, dass ich dich liebe und für
> immer mit dir zusammenbleiben werde", berichtigte er.
> "Aber es war doch einfacher, es ihr zu schreiben, als
> ihr jetzt persönlich gegenüber zu treten."

> Spock spürte, wie die alte Unsicherheit in den
> Vordergrund drängen wollte und kämpfte dagegen an. Er
> wusste, dass Jim ihn liebte. Doch die geringe
> Akzeptanz, die die meisten Menschen einer Beziehung
> wie der ihren nach wie vor entgegenbrachten, machte
> ihn noch immer unsicher. "Vielleicht wäre es wirklich
> besser, du würdest allein mit ihr sprechen. Sie wird
> es sicher begrüßen - es ist mehr als vier Jahre her,
> dass du sie zum letzten Mal besucht hast", schlug er
> zögernd vor. "Ich nehme den nächste Zug zurück und
> könnte dann vielleicht morgen oder in ein paar Tagen
> nachkommen."

> Doch Jim schüttelte entschieden den Kopf. "Kommt nicht
> in Frage. Wir haben nur diese beiden Wochen ganz für
> uns allein und ich will keine Minute davon ohne dich
> verbringen", stellte er klar.

> Die Andeutung eines Lächelns huschte über die Lippen
> des Vulkaniers und ließ sich in seinen Augen nieder.
> "Ich bin immer bei dir, Jim", sagte er leise und sah
> seinem Menschen direkt in die Augen. "Aber..."

> Ein sanfter Kuss verschloss ihm den Mund und
> verhinderte, was er noch sagen wollte. "Keine 'aber'.
> Und du weißt sehr gut, wie ich das gemeint habe",
> flüsterte Jim, als er auf seinen Sitzplatz
> zurückkehrte. Zur Sicherheit sandte er noch eine recht
> detaillierte Vorstellung, was er alles für diesen
> Urlaub geplant hatte, über ihr Band.

> Das Lächeln in Spocks Augen vertiefte sich, bevor er
> in stiller Zustimmung den Kopf senkte.

> Da der Zug in diesem Moment seinen Bestimmungsort
> erreichte, wurde sowieso jede weitere Diskussion
> überflüssig. Sie waren da.


> (*)(*)(*)(*)


> Ein strahlender Sommertag empfing sie. Der Bahnsteig
> lag verlassen in der mittägliche Hitze vor ihnen, als
> sie ausstiegen. Da sie weder genau gewusst hatten,
> wann sie ankommen würden - noch auf welche Weise -
> hatte Jim mit seiner Mutter vereinbart, dass sie sich
> ein Taxi nehmen würden, anstelle sich von ihr abholen
> zu lassen. Während der Fahrt sprachen sie nicht viel.

> Jim war damit beschäftigt, aus dem Fenster nach
> Vertrautem Ausschau zu halten.
> Und Spock damit, sein Bondmate zu beobachten,
> fasziniert von den wechselnden Empfindungen, die sich
> offen auf seinem Gesicht widerspiegelten. Er wusste
> plötzlich, dass es richtig gewesen war, dem Urlaub bei
> Jims Mutter zuzustimmen. Seinen Zweifeln, seiner
> Unsicherheit zum Trotz. Es bedeutete Jim sehr viel und
> das war alles, was zählte.

> Das Air-Taxi landete vor dem Elternhaus seines
> Bondmates.

> Kaum waren sie ausgestiegen, wurde auch schon die Tür
> geöffnet und eine Frau kam rasch auf sie zu. Ihre
> Verwandtschaft mit Jim stand außer Frage.

> Mehr als ein ersticktes "Hi, Mom", brachte der - sonst
> nicht gerade auf den Mund gefallene - Captain der
> Enterprise nicht heraus, als er sich in einer
> stürmischen Umarmung seiner Mutter wiederfand.

> "Jim! Endlich bist du da", sagte Winona Kirk leise und
> drückte ihren Sohn fest an sich. Ihr Blick glitt
> jedoch über seine Schulter zu dem hochgewachsenen
> Mann, der stumm und reglos neben dem Taxi stand. Sie
> wusste, wer er war - wusste, welche Rolle er im Leben
> ihres Sohnes spielte. Jim liebte ihn. Aber für die
> Dauer eines Herzschlages wusste sie nicht, wie sie
> reagieren sollte. Unschlüssig wich sie ein wenig
> zurück, um Jims Gesicht zu betrachten. Was sie fand,
> ließ sie einen Moment lang den Atem anhalten. Es
> schien eine Ewigkeit herzusein, dass sie ihn so
> gelöst, so... glücklich, ja einfach nur glücklich,
> gesehen hatte. Er schien förmlich von innen zu glühen,
> mit einer Intensität, die alle Zweifel in ihr
> auslöschte. Mit einem Lächeln nickte sie in Spocks
> Richtung. Sie wusste jetzt, dass sie ihn ohne Bedenken
> Willkommen heißen konnte. "Willst du mich nicht
> vorstellen?"

> Jim nickte, seine Augen waren ernst, als er sich halb
> in Richtung Taxi wandte.

> Spock hatte inzwischen ihre Habseligkeiten ausgeladen
> und stand nun etwas verloren wirkend neben den
> Gepäckstücken. Er schenkte seinem Bondmate ein
> ermunterndes Lächeln. Na los, sie beißt nicht. "Mom,
> das ist Spock. Mein Bondmate - mein Lebensgefährte",
> setzte er laut hinzu.

> Spock kam etwas zögernd näher. "Guten Tag, Mrs. Kirk",
> meinte er zurückhaltend.

> Jims Mutter schüttelte lächelnd den Kopf. "Ich denke,
> diese Förmlichkeit können wir uns wirklich sparen.
> Mein Name ist Winona", erwiderte sie ruhig. "Herzlich
> willkommen in der Familie Kirk, Spock. Und bitte -
> sag' du zu mir."

> Mit ihren herzlichen Worten eroberte sie den Vulkanier
> im Sturm. Er sah die Wärme in ihren Augen, die Jims so
> sehr glichen. Eine Woge von Erleichterung glitt durch
> ihn und es war momentan egal, ob dieses Empfinden in
> ihm entsprang oder ob sie von Jim stammte. Sein Blick
> flog unwillkürlich zu seinem Bondmate und er sah
> dessen Lächeln, in dem auch ein wenig Stolz zum
> Ausdruck kam. Und einen Moment später fand sich Spock
> in einer flüchtigen Umarmung wieder.

> Eine Sekunde später war Winona mit einer gemurmelten
> Entschuldigung wieder zurückgetreten. Ihre Augen
> schimmerten verdächtig feucht. "Na los jetzt, rein'
> mit euch beiden", meinte sie lachend. "Oder sollen wir
> den ganzen Tag vor der Tür verbringen?" Sie verschwand
> im Haus, bevor sich noch einer der beiden verdutzten
> Männer gerührt hatte.

> "Deine Mutter ist... überwältigend", kommentierte
> Spock einen Moment später leise, als sie ihr Gepäck
> zusammen sammelten.

> "Was dachtest du denn, woher ich meinen berüchtigten
> Charme habe?", flachste Jim zurück. Er hielt inne und
> sah Spock an und sein Blick war ernst. "Ich sagte dir
> doch, sie wird dich mögen."


> (*)(*)(*)(*)


> Sie aßen zusammen.

> Jim und Spock zogen sich danach in Jims altes Zimmer
> zurück, um sich frisch zu machen und auszupacken. Was
> in Spocks Fall nicht sonderlich lange dauerte. Er
> vertrieb sich die Zeit damit, seiner Neugier
> nachzugeben und sich im Zimmer umzusehen.

> Während des Essens hatten sie hauptsächlich über das
> gesprochen, was seit Jims letztem Besuch auf der Erde
> geschehen war. Eine Art von stillschweigender
> Vereinbarung, für persönliche Gespräche einen späteren
> Zeitpunkt zu wählen, schien zwischen ihnen zu
> herrschen.

> "Was hältst du davon, wenn ich dir jetzt noch ein
> wenig die Umgebung zeige? Es ist erst früher
> Nachmittag", brach Jims Stimme in seine Überlegungen.
> "Oder bist du mit der Besichtigung meines Zimmers noch
> nicht fertig?" Mit diesen Worten trat Jim hinter ihn
> und legte die Arme um seine Schultern. Mit einem
> zufriedenen Seufzen schmiegte er sich an den Rücken
> des Vulkaniers. "Was gibt es hier eigentlich so
> unglaublich interessantes zu entdecken?"

> Spock drehte sich in seiner Umarmung um und sah ihn
> an. "Ich versuche herauszufinden, wie du als Kind
> warst", erwiderte er leise.

> "Und wie war ich? Genügt dir denn nicht mehr, was ich
> jetzt bin?", fragte Jim liebevoll und zog ihn näher zu
> sich. Er gab seinem Bondmate keine Zeit, zu antworten
> und verschloss ihm den Mund.

> "Wolltest du mir nicht noch etwas von der Umgebung
> zeigen?", meinte Spock, als sie sich einige Zeit
> später voneinander lösten.
>
> Nach einem letzten Kuss auf die Stirn nickte Jim und
> ließ ihn los. "Du hast recht. Gehen wir."


> (*)(*)(*)(*)


> Jim lehnte sich zufrieden zurück und beobachtet, wie
> einfach die Unterhaltung zwischen seiner Mutter und
> Spock dahin glitt. Da beide Wissenschaftler waren,
> musste er sich zumindest keine Sorgen darum machen,
> dass sie keine gemeinsam Gesprächsgrundlage fanden. Im
> Gegenteil! Schließlich wurde es ihm zuviel. Bis auf
> ein paar höfliche Fragen, mit denen Spock versucht
> hatte, ihn in ihre Diskussion einzubinden, wurde er
> schlicht ignoriert. Und das hatte sofort ein Ende zu
> finden!

> Ein ausgiebiges, geräuschvolles Gähnen und ein noch
> deutlicher - wenn auch stummer - Hinweis über ihr
> Band, lenkte Spocks Aufmerksamkeit auf sein
> schmollendes Bondmate zurück.

> "Ich bin müde", verteidigte sich Jim unschuldig,
> schenkte seiner Mutter ein entschuldigendes Lächeln
> und erhob sich. Sich von Winona mit einem Kuss auf die
> Wange verabschiedend, griff er nach Spocks Hand und
> zerrte ihn förmlich nach oben.

> "Ich dachte schon, ihr hättet mich ganz vergessen",
> schmollte er, als er sich kurze Zeit später auf sein
> Bett war. "Wie gedenkst du, das wieder gut zu machen?

> Spock glitt neben ihm unter das Laken und fand sich in
> einer besitzergreifenden Umarmung wieder. "Deine
> Mutter ist eine ungewöhnliche Frau, Jim", erwiderte
> der Vulkanier trocken, ohne den Köder zu schlucken.
> "Und eine beeindruckende Wissenschaftlerin." Er
> beobachtete Jims selbstzufriedene Miene und holte zum
> vernichtenden Schlag aus. "Schade, dass du sowenig mit
> ihr gemein hast..." Ein sanftes Lächeln krümmte seine
> Mundwinkel, als Jim sich in gespielter Empörung auf
> ihn warf.
> Das Gerangel war nur von kurzer Dauer und einmal mehr
> fand sich Spock auf dem Rücken liegend, von einem
> kühlen, menschlichen Körper fest in das Bett gedrückt.
> Er sah in die glitzernden Augen seines Captains, ließ
> sein silbernes Lachen, die Hitze seiner Erregung, wie
> eine Sturmflut über sich hinwegspülen, ihn mitreißen.

> "Wenn das so ist, werde ich wohl gut auf dich
> aufpassen müssen...", flüsterte Jim und beugte sich
> tiefer zu ihm herab. Sein Mund erstickte jede mögliche
> Antwort... und auch jeden Gedanken daran.


> (*)(*)(*)(*)


> Der nächste Morgen bot sich förmlich für einen Ausflug
> in die Stadt an. Jim plante, herauszufinden welche
> seiner alten Freunde sich gegenwärtig in Riverside
> aufhielten und ihnen einen Besuch abzustatten.

> Was sich etwas später als doch keine so gute Idee
> herausstellte.


> (*)(*)(*)(*)


> "Jim Kirk? Jim!"

> Eine vage bekannt klingende Stimme riss ihm aus seinem
> leisen Gespräch mit Spock, als sie nach einem
> ausgiebigen Lunch ihre Besichtigungstour fortsetzten.

> Unwillig über die Unterbrechung, drehte Jim sich in
> die Richtung des Rufers um. Nun, beziehungsweise in
> die Richtung der Ruferin. Eine ausgesprochen
> attraktive Frau kam rasch auf sie zu. Spock drehte
> sich einen Moment später um und sah überrascht, dass
> sie Kirk begeistert um den Hals fiel.

> "Ich hörte schon, dass du ein paar Tage auf der Erde
> bist. Aber das wir uns hier über den Weg laufen..."

> "Hallo Ayline." Jims Begrüßung fiel wesentlich weniger
> enthusiastisch aus, fast kühl. "Darf ich
> vorstellen...", wandte er sich an Spock. "...das ist
> Ayline Montoya, eine Bekannte von früher - Ayline, das
> ist Spock. Mein Erster Offizier und mein..."

> "Es ist schon so lange her, dass wir uns zum letzten
> Mal gesehen haben, Jim", unterbrach sie. Sie hatte
> Spock flüchtig mit einem Blick gestreift und ihn dann
> als uninteressant abgetan. "Du hast dich wirklich
> nicht sehr verändert. Vielleicht sollten wir wieder
> einmal etwas zusammen unternehmen." Ihre Fingerspitzen
> glitten suggestiv über seine Brust, ihr Blick sprach
> eine noch deutlichere Sprache. "Vielleicht heute
> Abend..."

> In diesem Moment stellte Jim zwei Dinge gleichzeitig
> fest: Spock versteifte sich an seiner Seite - er
> spürte, wie sich der Vulkanier unwillkürlich etwas von
> ihm zurückzog. Und das zweite: Ayline stand eindeutig
> viel zu nahe - und ihre Berührung war ihm schlicht nur
> unangenehm. Er unterbrach sie, indem er nach ihrer
> Hand griff und sie bestimmt einen Schritt von sich
> schob. "Es gibt da etwas, was ich klarstellen möchte,
> Ayline", sagte er ruhig, als sie ihn fragend ansah.
> "Ich bin nicht mehr frei."

> Einen Moment wirkte sie enttäuscht, doch dann lächelte
> sie. "Du bist verheiratet - oder so etwas?"

> "Richtig, so etwas", erwiderte Jim, unwillkürlich
> amüsiert. Eben hatte sein Herz noch wie verrückt
> geschlagen, doch jetzt fühlte er sich plötzlich sehr
> ruhig. Er sah Spock an, sah seinen gesenkten Kopf,
> sein Gesicht - das nichts verriet. Und es war ganz
> einfach. Es war nichts, dessen er sich schämen musste.
> Und er verhinderte nicht, dass sich eine leise Spur
> Stolz in seine nächsten Worte schlich. "Wie ich eben
> sagen wollte..." Er hob den Kopf - und legte den Arm
> um die Schultern des Vulkaniers, um ihn instinktiv
> enger an sich zu ziehen. "...das ist Spock - mein
> Lebensgefährte." Sein Lächeln wuchs, als Spock scheu
> die Hand hob und ihre Finger ineinander verflocht. Es
> war richtig, sollte es die ganze Welt wissen.

> Ayline wich einen Schritt von ihnen zurück. Sie
> blickte flüchtig auf die Hand, die er berührt hatte,
> als erwarte sie Schmutz daran zu sehen. "Ein Mann? Du
> bist mit einem Mann - mit ihm - zusammen?" Ihre Lippen
> verzerrten sich, als würden die Worte einen schlechten
> Geschmack in ihrem Mund hinterlassen. Dann drehte sie
> sich auf dem Absatz um und marschierte davon.


> (*)(*)(*)(*)


> Als sie außer Sicht geriet, atmete Jim erleichtert
> auf. Ohne etwas zu sagen, ohne seinen Griff zu
> lockern, führte er Spock in eine Seitengasse, wo sie
> allein und unbeobachtet waren. Er spürte, dass die
> Begegnung mit seiner... alten Flamme... den Vulkanier
> mehr durcheinandergebracht hatte, als er zugeben
> wollte.

> "Bist du dir wirklich absolut sicher, dass das eben
> klug war?", meinte Spock leise, das erste was er
> überhaupt seit Aylines Auftauchen sagte.

> "Was ist mit dir?", frage Jim sanft. "Wir haben uns
> doch nie versteckt."

> Doch Spock löste sich von ihm, hielt den Blick auf den
> Boden gesenkt. Seine Haltung verriet Jim mehr als alle
> Worte, dass sein Vulkanier jetzt allein sein wollte.
> Liebevoll legte er die Hand unter Spocks Kinn, hob
> seinen Kopf, bis er ihn ansah. "Hey, ist wirklich
> alles in Ordnung?", fragte er sanft.

> Ein Nicken. Dann nistete sich dieses spezielle
> fast-Lächeln in den Mundwinkeln des Vulkaniers ein und
> er überbrückte die Distanz, die sie voneinander
> trennte. "Ich gehe zurück, du kannst deine Freunde
> auch ohne mich besuchen." Er las den Protest in Jims
> Augen und beugte sich vor, um ihn scheu zu küssen.
> "Ich bin in Ordnung. Es gibt nur etwas, über das ich
> nachdenken möchte."

> Jim seufzte und strich mit den Fingerspitzen die Form
> der schmalen Lippen nach. "Gut. Dann bis heute abend",
> meinte er leise. Kirk blieb an Ort und Stelle stehen
> und sah seinem Bondmate nach, bis Spock außer Sicht
> geraten war.


> (*)(*)(*)(*)


> Als Kirk nach Hause kam, stieß er beinahe mit seiner
> Mutter zusammen. "Warum hast du es denn so eilig,
> Jim?", begrüßte sie ihn lächelnd.

> "Erzähl' ich dir später - vielleicht", erwiderte Jim
> und drückte sie kurz an sich. "Ist Spock oben?"

> Winona schüttelte den Kopf. "Nein, er war den ganzen
> Nachmittag im Garten. Ihr müsst euch übrigens heute
> selbst ums Abendessen kümmern, ich bin nicht da."

> Nachdem sich Kirk von seiner Mutter verabschiedet
> hatte, machte er sich auf den Weg in den Garten.


> (*)(*)(*)(*)


> Spock saß unter einem der uralten Obstbäume im Gras,
> den Rücken an seinen Stamm gelehnt. Als Jim zu ihm
> trat, streckte er ihm die Hand entgegen und zog ihn
> neben sich auf den Boden.

> "Hattest du einen schönen Tag?", fragte er, als Jim
> sich faul an ihn lehnte.

> "Mmmmh. Fast", murmelte der und legte den Kopf an die
> Schulter des Vulkaniers.

> "Nur fast?"

> "Ich habe dich vermisst."

> Es blieb eine Zeitlang still. Vielleicht ein wenig zu
> lange, denn Jim rührte sich unruhig und griff nach
> Spocks Hand. "Alles in Ordnung? Du bist heute
> schrecklich still", fragte er leise und hauchte einen
> sanften Kuss auf die Handfläche seines Bondmates.

> "Ich habe nur nachgedacht. Jim, manchmal habe ich
> Angst."

> Kirk richtete sich auf die Knie auf, um ihn anzusehen.
> "Angst?", wiederholte er leise. "Wovor?"

> Spock entzog ihm unbehaglich seine Hand, doch Jim
> folgte der Bewegung und legte beide Hände auf die
> dünnen Schultern seines Vulkaniers. Statt einer
> Antwort öffnete Spock jedoch ihr Band und ließ ihn das
> Chaos in seinen Gedanken sehen.

> Das Zusammentreffen mit Ayline. Jim lächelte, als er
> einen instinktiven Anflug von Eifersucht in Spock
> wahrnahm. Doch das war wohl kaum der Hauptgrund. Sein
> Bondmate wusste sehr wohl, dass er keinen Grund
> hatte... Der Gedanke verebbte im Nichts, als er
> weiterforschte und endlich verstand. "Du bist noch
> immer so unsicher", meinte er leise, als sie sich
> voneinander trennten.

> Verlegen wollte Spock den Kopf zur Seite wenden, doch
> das ließ er nicht zu. Seine Hand an der Wange des
> Vulkaniers stoppte die Bewegung im Ansatz. "Hey, das
> war kein Vorwurf. Ich verstehe nur nicht, wieso mir
> das die letzten Monate entgangen ist?" Er hatte auch
> gesehen, dass Spock nicht erst seit heute damit
> kämpfte.

> Spock fing dankbar seine Hand ein, verflocht ihre
> Finger ineinander. Er sah jedoch auf den Boden.
> "Weil... es war alles so einfach, so unkompliziert.
> Auf dem Schiff. Auf Vulkan. Ich hatte damit gerechnet,
> dass mein Vater unsere Verbindung ablehnen würde."

> Er brach ab und Jim dachte daran, wie überrascht sie
> beide gewesen waren, als Sarek ihn - für seine
> Begriffe geradezu freudig - in den Clan aufgenommen
> und ihre Bindung in die Wege geleitet hatte. Er war
> ihnen eine große Hilfe gewesen, vor allem, als Kritik
> an Spocks Wahl aufkam. Sein Ruf... es interessierte
> zunächst niemanden, dass er sein Leben geändert hatte,
> als er erkannte, dass er den Vulkanier liebte. Und
> zwar mit allem was dazugehörte. Seine Gedanken kehrten
> in die Gegenwart zurück. Er öffnete den Mund,
> überlegte es sich dann aber anders und beschloss,
> abzuwarten. Wenn Spock bereit war, mit ihm zu
> sprechen, würde er mit ihm sprechen. Sehr lange musste
> er nicht warten.

> "Jeder schien uns zu akzeptieren. Es sogar zu
> erwarten, wie McCoy behauptete." Jim nickte, blieb
> aber weiter stumm. "Niemand störte sich besonders
> daran. Aber hier..."

> Aylines Reaktion. Er musste es nicht aussprechen, Kirk
> wusste es auch so. "Du hast noch immer Angst, dass ich
> es irgendwann bereuen könnte, an dich gebunden zu
> sein. Nicht, weil ich dich nicht mehr oder nicht mehr
> genug lieben würde, sondern wegen dem, was andere von
> uns denken", meinte Jim eine Weile später leise.
> "Nicht wahr?"

> "Wir werden nicht immer auf dem Schiff leben, nicht
> immer unter Menschen, die uns so akzeptieren, wie wir
> sind.", gab Spock leise zu bedenken.

> "Hey, notfalls können wir immer noch auf Vulkan leben.
> Dort hat niemand ein Problem damit."

> "Jim! Ich meine das ernst."

> "Ich auch", entgegnete Kirk und umschloss mit beiden
> Händen sanft das Gesicht seines Bondmates.

> "Ich weiß nicht, ob ich mich jemals an die neugierigen
> oder sogar verächtlichen Blicke gewöhnen kann. An die
> plötzlich Stille und dann das Getuschel, als du mich
> heute im Restaurant geküsst hast. Du lachst, warum?“

> „Weißt du, ich erwartete das, als wir auf dem Weg nach
> Vulkan waren - du erklärtest mir aber, dass eine
> Bindung zwischen zwei Männern durchaus nichts
> ungewöhnliches ist und das Geschlecht sowieso nur eine
> zweitrangige Rolle spielt. Dann stellten wir McCoy
> nach unserer Rückkehr vor vollendete Tatsachen und er
> murmelte nur etwas von „Wurde auch langsam Zeit“ und
> gratulierte uns. Ich verbrachte schlaflose Nächte, mir
> auszumalen, wie meine Mutter reagieren würde - und sie
> nimmt dich mit offenen Armen in Empfang. Selbst das
> Oberkommando hatte nichts einzuwenden.“

> „Jim, ich meine das ernst“, entgegnete Spock.

> „T’hy’la. Ich liebe dich und ich bin stolz darauf, mit
> dir gebunden zu sein. Blicke, Worte, die Meinung
> anderer kann uns gestohlen bleiben. Wenn sie es nicht
> akzeptieren können, ist es ihre eigene Schuld.“

> Spock senkte den Kopf. Jims Worte hatten getroffen.
> Einen Moment später fand er sich in einer
> leidenschaftlichen Umarmung wieder.

> „Ich weiß, dass das alles nicht so einfach für dich
> ist.“

> Der Vulkanier sah auf. Die Wärme des Bandes umhüllte
> ihn wie Jims Arme mit Geborgenheit und Sicherheit.

> „So lange wir zusammen sind, bedeutet das alles
> nichts.“

> Lange saßen sie noch im Garten, lauschten still den
> langsam ersterbenden Geräuschen des Abends. Geborgen
> und gehalten von gegenseitigem Vertrauen und ihrer
> Liebe zueinander.


> (*)(*)(*)(*)


> Schließlich kehrten sie ins Haus zurück. Sie aßen in
> einträchtigem Schweigen, doch keiner schien den
> rechten Appetit zu haben. Zuviel unausgesprochenes
> hing zwischen ihnen, machte sie beide nachdenklich.

> Jim hob den Kopf von seinem Teller und betrachtete
> Spock. Irgendwo in ihm quoll Ärger auf - über die
> Vorurteile der Menschen, auf ihre Anmaßung, sie zu
> verurteilen, weil sie nicht in ihre eingeengten,
> altmodischen Vorstellungen passten. Mit einem Seufzen
> schob er den Teller weg. Den Ärger zur Seite
> schiebend, stand er auf. „Ich gehe nach oben. Nach der
> Hitze heute Nachmittag kann mir die Dusche sicher
> nicht schaden.“ Er verharrte an der Tür, als Spock nur
> nickte. „Kommst du mit?“, fragte er leise, ein ganz
> bestimmtes Lächeln auf den Lippen.

> „Ich komme nach, Jim. Sobald ich abgeräumt habe.“
>
> Kirks Lächeln vertiefte sich. „Gut“, meinte er, als er
> durch die Tür verschwand. „Aber lass’ mich nicht zu
> lange warten.“


> (*)(*)(*)(*)


> Das musste er dann auch nicht. Er stand
> gedankenverloren am Fenster und lauschte auf die
> leisen Geräusche des beginnenden Abends, als er Spock
> hinter sich spürte. Zwei Arme schlangen sich um seinen
> Schultern und die Hitze eines vulkanischen Körpers
> umfing ihn. Weiche Lippen spielten entlang seines
> Nackens, soweit es der Kragen der Baderobe erlaubte.
> Zwei Hände glitten über seine Brust, dann tiefer,
> lösten den Gürtel um seine Taille. Als sie zu seinen
> Schultern zurückkehrten, wandte Jim sich um.

> Seine Finger schlossen sich um Spocks Gesicht, als er
> sich vorbeugte, um die schmalen Lippen in Besitz zu
> nehmen. „Du bist doch hoffentlich nicht müde?“, fragte
> er. Er kannte die Antwort, noch bevor Spock den Kopf
> schüttelte. „Gut.“
> Spock zog sich langsam aus dem Kuss, der Umarmung
> zurück und blickte auf sein Bondmate nieder. Er las
> das „Warum?“ in Jims Augen. „Wir haben heute soviel
> Zeit, T’hy’la“, erwiderte er leise. „Eine ganze
> Nacht...“

> Das Band vertiefte, verschmolz ihren Empfindungen, bis
> sie aufhörten, zwei zu sein und eins wurden.


> (*)(*)(*)(*)


> Sie lagen schweigend im Nachglühen ihrer Leidenschaft.
> Die Geräusche der Nacht drangen durch das offene
> Fenster, besänftigend.

> Er schlief bereits, als sich die Arme des Vulkaniers
> um ihn schlossen. „T’hy’la“, flüsterte er. „Ich liebe
> dich.“ Er folgte Jim in tiefen, traumlosen Schlaf.


> (*)(*)(*)(*)


> „Du bist schon wach?“ Jim stürmte in die Küche und gab
> seiner Mutter einen Kuss auf die Wange.

> Winona Kirk lächelte und nahm einen zweiten Becher aus
> dem Schrank. „Ist alles in Ordnung?“, fragte sie, als
> sie sich zu ihm umwandte, ihm den heißen Kaffee
> reichend. Sie musterte ihren Sohn, der sich - wie als
> Junge - auf die Fensterbank geschwungen hatte.

> Jim sah sie fragend an. „Wie kommst du darauf?“

> Winona zuckte andeutungsweise mit den Schultern. „Es
> ist nur...“ Sie hielt flüchtig inne. „Sieh’ mal, ich
> will mich nich in euere Angelegenheiten einmischen.
> Aber Spock wirkte gestern Nachmittag so... traurig.
> Hattet ihr Streit?“

> Kirk stellte den Becher zur Seite, stand auf und nahm
> seiner Mutter die Tasse aus der Hand, um ihn auf dem
> Tisch abzustellen. Wortlos umarmte er sie und hauchte
> einen Kuss auf ihre Stirn. „Danke“, sagte er leise,
> wich dann zurück, um sie anzusehen.

> „Wofür denn?“

> „Dafür dass du ihn - uns - so einfach akzeptiert hast.
> Dafür, dass du dich um ihn sorgst - ihn magst. Das
> bedeutet mir sehr viel.“

> „Dummkopf“, meinte Winona lächelnd und erwiderte seine
> Umarmung. „Wie sollte ich ihn nicht mögen, wenn du ihn
> so sehr liebst.“

> Jim löste sich sanft von ihr und setzte sich wieder
> auf die Fensterbank, seinen Becher aufnehmend. „Wir
> sind gestern Mittag Ayline begegnet. Ayline Montoya.“
> Und dann quoll die hässliche Szene mit ihr förmlich
> aus ihm heraus.

> „Ich verstehe“, meinte Winona, als er endete. Sie
> erkannte den Namen eines der Mädchen wieder, mit denen
> Jim früher auszugehen pflegte, wann immer er in
> Riverside war. „Übrigens ist sie dir nicht zufällig
> über den Weg gelaufen. Ist dir klar, welchen Wirbel du
> hier ausgelöst hast? Es ist inzwischen eines *der*
> Gesprächsthemen, dass du wieder hier bist.“

> „Wirbel? Ich?“, fragte Jim verblüfft. Er sah sie an,
> soweit hatte er nicht gedacht. Unbehangen stieg in ihm
> auf. „Stört dich das?“, fragte er. „Ich meine, in ein
> paar Tagen sind Spock und ich wieder weg. Aber du...“
> Unsicher stoppte er.

> „Jim, meine größte Sorge war immer, dass du niemand zu
> finden schienst, mit dem du glücklich sein kannst. Und
> jetzt hast du diese Person gefunden - glaubst du denn
> wirklich, es würde mich da stören, dass Spock ein Mann
> ist? Und Riverside mag in vieler Hinsicht nicht so
> sein, wie du es inzwischen gewöhnt bist, aber sie
> werden mich nicht schneiden, nur weil mein Sohn einen
> Mann liebt.“ Sie lächelte und gab ihm einen Kuss auf
> die Wange. „Und jetzt mach’, dass du zu deinem Spock
> kommst. Ihr habt schließlich Urlaub.“

> Mit einem Grinsen nickte Jim und küsste sie zurück.
> „Danke“, sagte er noch einmal, dann verschwand er aus
> der Küche.

> Seufzend sah Winona ihrem Sohn nach. Lächelnd.


> (*)(*)(*)(*)


> „Bist du wach?“, fragte Jim, als er neben Spock ins
> Bett glitt. „Ich habe eine Menge Pläne für heute - und
> sie beginnen alle damit, dass du mich jetzt sofort
> küsst...“

> Ende


> When the night has come...
> And the land is dark...
> And the moon is the only light we'll see...
> I won't be afraid.
> Just as long, as you stand by me.
> Ben E. King


[Dieser Beitrag wurde von Selec am 29.08.2002 um 13:06 editiert]
cu Baka


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#2

RE: Star Trek - Landurlaub (K/S)

in Star Trek Fan fiction 28.04.2007 09:12
von Kokiri • Kaoh | 148 Beiträge

*schniief*

Total Sappy die Story!

Aber schöööön. ^^

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Tada Imas

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